Im Rahmen des Memory-Walk am 27. Januar 2025, organisiert vom Bündnis für Demokratie, Vielfalt und Zusammenhalt, entstand die Idee, in Stadthagen einen lebendigen Erinnerungsort für die Opfer des Holocaust und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft zu schaffen.
Im Mittelpunkt dieser Überlegungen stand die Stadthäger Jüdin Clara Asch, die an der Niedernstraße ein Geschäft für Kurzwaren und Schuhe betrieb. Ein bekanntes historisches Foto zeigt sie am 10. November 1938 auf dem Weg zu ihrer Verhaftung in der Gasse zwischen der heutigen Buchhandlung Schmidt und dem Alten Rathaus. Obwohl Fotografien der Verhaftungen nach der Reichsprogromnacht strengstens verboten waren, ist uns dieser Moment als Zeitdokument erhalten geblieben. Aufgrund der zentralen Lage und Sichtbarkeit entstand die Idee den Orts des Fotos - den Bereich zwischen Buchhandlung Schmidt und altem Rathaus - zu einem Erinnerungsort zu entwickeln und ihn stellvertretend für die vielen Menschen aus Stadthagen, die während der nationalsozialistischen Herrschaft verfolgt, entrechtet, vertrieben und ermordet wurden, nach Clara Asch zu bennenen.
Die Benennung des Platzes soll dabei nicht das Ende, sondern der Anfang einer lebendigen Erinnerungskultur an diesem Ort sein. Gemeinsam mit Stadtgesellschaft, Vereinen und Initiativen wollen wir einen Ort schaffen, der an die Opfer erinnert und zugleich in die Gegenwart weist. Daher werden wir nach der offiziellen Widmung Ideen und Konzepte sammeln um den Clara-Asch-Platz zu entwickeln und zu gestalten.
Die Namensgebung wird offiziell im Rahmen der öffentlichen Sitzung des Stadtrats am 7. September um 18 Uhr beschlossen.