Eckpunktepapier zur Altstadtsanierung

 

Die Stadthäger SPD hat sich in den vergangenen Wochen intensiv mit der Fragestellung befasst, welche Schwerpunkte im Rahmen des Förderprogramms „Historische Altstadt“ gesetzt werden können und hat hierzu ein Eckpunktepapier erarbeitet (s. Anlage 1).

Pressemitteilung

 

SPD legt Eckpunktepapier zur Altstadtsanierung vor

Ziel: Aufwertung der Innenstadt erreichen 

 

„Wir haben uns zunächst mit möglichen Maßnahmen in dem derzeitigen Zuschnitt des Sanierungsgebietes befasst. Über mögliche Maßnahmen zur besseren Anbindung der Marktstraße an das Kaufhaus Hagemeyer muss zeitnah separat diskutiert werden, damit ein ganzheitlicher Lösungsansatz möglich ist“, so der SPD-Vorsitzende Jan-Philipp Beck. 

Finanzausschussvorsitzender Bernd Biederstädt betont: „Es muss ein angemessener Ausgleich zwischen der Aufwertung der Innenstadt und der angespannten Haushaltslage der Stadt erzielt werden. Angesichts vieler Aufgaben, die die Stadt zu erfüllen hat, ist eine komplette und sehr kostspielige Sanierung nicht angezeigt. Die Altstadtsanierung darf nicht dazu führen, dass notwendige Kernaufgaben der Stadt wie der Straßennachausbau vernachlässigt werden. Dennoch ist eine Aufwertung der Altstadt als wichtiger Identifikationspunkt der Stadt wichtig“, so Biederstädt. Ulrike Koller, 1. stellvertr. Bürgermeisterin der Stadt Stadthagen ergänzt: „Straßennachausbau in den Ortsteilen Stadthagens ist ebenfalls eine wichtige Aufgabe der nächsten Dekade. In den Stadthäger Ortsteilen ist bis auf überschaubare Ausnahmen teilweise seit über 40 Jahren bis auf Erhaltungsreparaturen  nichts geschehen. Noch nicht einmal Randstreifen geschweige denn Gehwege  sind in den alten Ortsteilkernen vorhanden. Dadurch ist leider ein immenser, kapitalintensiver  Renovierungsstau entstanden. Immerhin leben in den Ortsteilen von Stadthagen ¼ der Bürger, die über ihre Grundsteuerbeiträge etc. das gleiche Recht auf ein bürgergerechtes Umfeld  wie die in der Kernstadt wohnenden Bürgerinnen und Bürgerhaben. Für die SPD ist die ganzheitliche Entwicklung Stadthagens ein Muss.“ 

Das Eckpunktepapier der SPD sieht als herausgehobenen Punkt vor, den Marktbrunnen als wichtigen Identifikationspunkt stärker hervorzuheben. „Eine neue Möblierung und ein Zugang zum Brunnen in einer Ebene sollen den Brunnen als zentralen Treff- und Identitätspunkt in der Altstadt auszeichnen. Wir stellen uns rings um den Brunnen eine attraktive öffentliche Fläche vor, die die Aufenthaltsqualität steigert. Der Platz um den Marktbrunnen soll das Anziehungs- und Erlebniselement des Marktes darstellen. Möglichen Szenarien, dass der Brunnen zurückgebaut werden könnte, erteilen wir eine deutliche Absage“, so Jan-Philipp Beck.  

Neben der zentralen Rolle des Marktbrunnens greift die SPD, die Grundidee der Planer im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes „Freiraum zu schaffen“ auf, erläutert die Bauausschussvorsitzende Ute-Hartmann-Höhnke. „Wir stellen uns drei größere Freiflächen auf dem Marktplatz vor“, so Hartmann-Höhnke. Die Räume zwischen Sparkasse und Marktbrunnen sollen demnach auch weiterhin auf zwei Ebenen liegen. Der Platz vor dem historischen Rathaus soll besser für städtische Events ausgerichtet werden. Daher sollen die Sandsteinblöcke entfernt werden, um eine größere und freie Fläche zu schaffen (s. Anlage 2). 

Weiter sieht das Eckpunktepapier der SPD vor, dass für alle Bereiche der Fußgängerzone ein neues Beleuchtungs- und Möblierungskonzept erstellt wird. Zudem sollen historische Gebäudegrenzen gestalterisch farblich kenntlich gemacht werden. „Hiermit verfolgen wir das Ziel historische Bezüge deutlich zu machen. Durch eine attraktive Beleuchtung und Möblierung wird uns sicherlich eine Aufwertung gelingen“, so Ausschussvorsitzende Hartmann-Höhnke.

Zudem soll durch Austausch des Kopfsteinpflasters in der Obern-, Niedern-, Echtern-, Kloster und der Marktstraße die Barrierefreiheit verbessert werden. Das vorhandene kleinformatige Steinpflaster (roter Stein) sollte beibehalten werden. Die dortigen punktuell vorhandenen Pflasterschäden sollen repariert werden. Ein Mittelstreifen soll weiterhin gestalterisch hervorgehoben als „Flanierzone“ hervorgehoben werden. Hierbei soll ein gut begehbares Pflaster gewählt werden. „Mit dem Austausch des Pflasters und der „Flanierzone“ als Mittelstreifen verfolgen wir Ziele das historische Stadtbild weiterhin kenntlich zu machen als auch die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen“, erläutert Hartmann-Höhnke.

Die Eckpunkte hat die SPD vor einiger Zeit auch den Koalitionspartnern in der Ampel-Koalition vorgestellt. „Von Grünen und FDP haben wir eine erste positive Einschätzung erhalten“, stellt Jan-Philipp Beck fest.  

„Wir sehen unsere festgelegten Eckpunkte allerdings auch nicht starr und dogmatisch. Wir sehen unseren Vorschlag eher als einen weiterentwickelten Diskussionsbeitrag zur Altstadtsanierung. Auf dieser Grundlage warten wir gespannt die Vorschläge des Bürgermeisters und der anderen Fraktionen ab. Die SPD und die Ampel-Ratsmehrheit gehen jedenfalls gut vorbereitet in die weiteren Beratungen“, so Beck abschließend.

Gez. Jan-Philipp Beck

 

Anlage 1: Eckpunktepapier 

SPD - Eckpunktepapier zur Aufwertung der Fußgängerzone

Das vorliegende Papier soll einen Überblick über die Schwerpunkte der Altstadtsanierung geben. Berücksichtigt wurden zunächst nur Maßnahmen innerhalb des Fördergebietes. Das Konzept soll einen angemessenen Ausgleich zwischen einer notwendigen Aufwertung der Innenstadt und der angespannten Haushaltslage darstellen. 

Schwerpunkte aus dem Förderprogramm Altstadtsanierung

a.) alle Bereiche der Fußgängerzone

Für die gesamte Fußgängerzone soll ein neues Beleuchtungs- und Möblierungskonzept erarbeitet werden. Historische Gebäudegrenzen sollen gestalterisch kenntlich gemacht werden, ohne Einschränkungen der Barrierefreiheit. An diesen Stellen soll auch ein Austausch des Pflasters erfolgen (insbesondere in der Obernstraße).

 

Folgende Ziele werden damit verfolgt:

  • Gestalterische Aufwertung der Fußgängerzone durch attraktive Möblierung und Beleuchtung
  • Verbesserung der Barrierefreiheit 

 

b.) Marktplatz

  • Die zwei Ebenen des Marktplatzes sollen erhalten bleiben. Von einer Einebnung des Marktplatzes ist Abstand zu nehmen. 
  • Das vorhandene kleinformatige Steinpflaster (roter Stein) sollte erhalten bleiben. Die punktuell vorhandenen Pflasterschäden sollen repariert werden. 
  • Die Sandsteinblöcke gegenüber dem historischen Rathaus sollen entfernt werden. 
  • Ein wichtiges Gestaltungselement und ein wichtiger Identifikationspunkt für Stadthagen stellt der Brunnen dar. Der Brunnen wird derzeit durch ein Laufband, bestehend aus Platten mit länglichen / quadratischen Proportionen eingefasst. Im Innenbereich dieser Einfassung wird ein kleinformatiges Kopfsteinpflaster verwendet. Dieses soll durch großformatige Steine, die den historischen Altstadtcharme unterstreichen ausgetauscht werden. Das vorhandene Laufband kann so belassen oder ggf. erneuert werden. Über die Stufen zum Marktbrunnen soll ein Metallgitter gelegt werden, um an den Marktbrunnen auf einer Ebene herantreten zu können. 

Folgende Ziele werden damit verfolgt: 

  • Herstellung einer freien Fläche vor dem Rathaus, die für Veranstaltungen o.ä. genutzt werden kann. 
  • Aufwertung der Fläche um den Marktbrunnen herum als zentraler Treff- und Identitätspunkt der Altstadt
  • Austausch des groben Kopfsteinpflasters um den Marktbrunnen durch ein besser begehbares Pflaster was zugleich den Altstadtcharme erhält

 

c.) Obernstraße, Niedernstraße (Teilbereich bis Einmündung „Platz am Rathaus“), Echternstraße (Teilbereich bis Einmündung „Platz am Rathaus“), Marktstraße bis einschließlich des Bereiches vor der Volksbank

Grundsätzlich sollte das Gestaltungskonzept, dass eine 3er-Zornierung mit einem breiten, mittleren Streifen vorsieht, beibehalten werden. Allerdings sollte das im mittleren Bereich der Straßen verwendetet kleinformatige Kopfsteinpflaster  durch „besser begehbares Pflaster“ ersetzt werden. 

 

Folgende Ziele werden damit verfolgt: 

  • Erhalt des historischen Stadtbildes
  • Bessere Begehbarkeit / Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer 

Marktplatz

Anlage 2: grafische Darstellung der Platzgestaltung auf dem Marktplatz

 
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